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Seit Jahrzehnten schon findet auf der humanistischen,
fortschrittlichen und modernen Seite des politischen
Spektrums keinerlei Theoriediskussion mehr statt.
Stattdessen überlässt man die Hohheit über Begriffe
und Entwicklungen einer zunehmend reaktionären Rechten,
der ein entsprechender Durchmarsch gelungen ist.
Dieser Essay will den abgerissenen gesellschaftlichen Diskurs
wiederbeleben. Mit einer dreifachen Hypothese,
die das Hier-und-Jetzt ungeschönt abbildet.
Dass nämlich ...
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die Moderne bereits schleichend untergegangen sei,
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ohne dass wir es recht bemerkt hätten,
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dass wir derzeit unumkehrbar in ein neues Zeitalter
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hineinschlittern
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und dass Politiker wie Wirtschaftsbosse SARS-Cov-2
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zur Beschleunigung dieser Transition verwendet haben.
Das bedeutet nicht, dass es das Virus nicht gab,
sondern dass die Gunst der Stunde genutzt wurde,
in zwei Jahren an Grundrechtsbeschneidung durch-
zusetzen, was ansonsten mehr als ein ganzes
Jahrzehnt benötigt hätte.
Inzwischen nehmen wir Einschränkungen unserer Rechte hin,
die vor fünfzig Jahren undenkbar gewesen wären.
Wie unter einem Brennglas wird nun sichtbar, dass die
Errungenschaften einer ganzen Epoche sich auflösen.
Wir bekommen eine Vorstellung von dem, was die Zukunft
uns bringen wird. Dann jedenfalls, wenn wir keine
Gegenmaßnahmen ergreifen. Die aber bedürften einer
profunden Analyse, um nicht ins Leere zu laufen.
Ist das Heute nun eine Wiederauflage des Mittelalters?
Der Gedanke erscheint absurd, solange wir uns das
Mittelalter nur mit Eselswagen, steinernen Burgen und
königlichen Reitern vorstellen. Was aber, wenn das
neue Mittelalter mit Drohnen daherkäme, mit
elektronischer Sicherheitstechnik, mit WhatsApp?
Wenn das Zweite Mittelalter technisiert wäre?
Doch warum wäre es dann ein Mittelalter?
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Weil die Sozialstruktur sich inzwischen wieder der der
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Vormoderne annähert.
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Weil uns Bürgerrechte abhanden kommen und wir den neuen
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Eliten so sehr ausgeliefert sein werden wie die Menschen
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des Mittelalters ihren Fürsten und Königen.
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Weil die Wissenschaft an Bedeutung verliert und ungeprüfte
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Behauptungen an deren Stelle treten, Aberglaube und
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Ignoranz.
Die Analyse nimmt die Komplexität des Epochenbruchs
ernst und beleuchtet ihn multidisziplinär.
Eine umfassende Untersuchung der Zeit, in der wir leben.
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Seit Erscheinen des Sachbuchs
Droht uns ein Zweites Mittelalter?
wurde immer wieder die
Frage gestellt, ob wir nichts gegen diese Entwicklung unternehmen könnten.
Nicht, ist die
Antwort,
unter Beibehaltung
der derzeitigen Finanz-
und Wirtschaftsordnung,
die keinesfalls naturgegeben
ist, sondern das
Endresultat eines
Prozesses, der
5.000 Jahre lang
lief.
Die Wirtschaftsform, die mind.
290.000 Jahre
unsere Geschicke
dominierte, war
keinesfalls
kapitalistisch,
vielmehr geldlos
und beruhte auf
kollektiv ausgetauschten
Geschenken.
Der Anthropologe
Cluse Krings
stößt eine
Diskussion
aufs Neue an,
die mit den Untersuchungen
des deutsch-amerikanischen
Anthropologen Franz Boas
und dem berühmten Essay
Sur le don,
Die Gabe von
Marcel Mauss
begann.
Über die letzten Jahre
bemühte sich Krings
einen Gedakenaustausch
zum Thema Potlatch
(rituelles Schenken)
anzustoßen. Dazu eine
Dokumentation
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hier.
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